Der Verein

Hintergrund

Im ostafrikanischen Land Kenia flüchten viele Kinder auf die Straße, da zu Hause oft schwierige Familienverhältnisse herrschen. Hauptgründe dafür sind Alkoholmissbrauch, Gewalt oder die finanzielle Situation im Elternhaus, welche zur Unterernährung der Kinder, mangelndem Zugang zu Schulbildung und schweren traumatischen Erlebnissen führen können. Besonders Waisenkinder erhoffen sich von der Straße ein besseres Leben. Das Leben auf der Straße birgt aber viele Gefahren, wie zum Beispiel sexueller Missbrauch und die Gefahr, sich mit HIV zu infizieren. Des Weiteren kommen die Kinder in den Kontakt mit Drogen (v.a. Klebstoff) und werden Opfer von Krankheiten.

Kisumu ist mit ca. 300.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Kenias. Der Ort liegt direkt am Viktoriasee sowie am Äquator und ist dadurch ein beliebtes Ziel für schutzsuchende Kinder.

Infos zum Verein

Vereinsgründerin Miriam Schunn teilte während ihres weltwärts-Aufenthalts in Kenia 2014/2015 ihre freie Zeit neben der Tätigkeit an einer Special School mit Kindern und Jugendlichen der Straße. Dort lernte sie auch den damaligen Kooperationspartner Felix Nyaori kennen. Zusammen entwickelten sie die Idee, ein gemeinsames Projekt für Straßenkinder zu starten. Im Anschluss daran wurde im August 2017 der Verein hakika n.e.V. offiziell gegründet.

Da das Ziel, die Jugendlichen bis zu ihrer Selbstständigkeit zu begleiten, erfüllt wurde, wurde die Auflösung des Vereins in der letzten Mitgliederversammlung am 22. Juli 2021 beschlossen.

Der Transparenz wegen bleiben die Satzung, die Vereinsgeschichte, Tätigkeitsberichte und Bilder aus Kenia und aus Deutschland weiterhin online für Interessierte verfügbar.

Das Konzept

Nach einem Erstkontakt mit den Straßenkindern bedurfte es viel kommunikativer Beziehungsarbeit, um das Vertrauen zu ihnen aufzubauen. Wenn das Kind den Wunsch äußerte, zur Familie zurückzukehren, begannen sämtliche Vorbereitungen zur Reintegration. Angehörige wurden kontaktiert, die Situation geschildert. Erklärten diese sich bereit, das Kind wieder aufzunehmen, startete der Prozess der Reintegration. Bei Ankunft im Heimatort übernahmen die kenianischen Sozialarbeitenden die Kommunikation zwischen Eltern und Kind und versuchten so, eine Möglichkeit auf Reintegration zu erzielen. Danach suchten die Sozialarbeiter*innen eine nahegelegene Bildungsinstitution auf, um eine Schulaufnahme zu organisieren.

Regelmäßige Follow-ups

Je nach Lebenssituation der Kinder wurden gezielt individuelle Vereinbarungen mit Hilfe von regelmäßigen Treffen zwischen den Sozialarbeitenden, den Kindern, den Erziehungsberichtigten und den Bildungsinstitutionen getroffen. Diese Treffen boten eine Plattform für einen intensiven Austausch, eine adäquate Förderung , eine gesellschaftliche Integration, Unterstützung bei der Verarbeitung traumatischer Erfahrungen und die Besprechung der aktuellen Herausforderungen. Die Häufigkeit der Treffen vereinbarten die Sozialarbeitenden individuell je nach dem Bedürfnis des Kindes und aktuellen Gegebenheiten.

Zukunft durch Bildung

Die Schulausbildung ist der Startschuss für den weiteren Lebensweg, den jeder Mensch individuell gestalten möchte. Deshalb wurden die durch uns betreuten Kinder individuell nach ihren Bedürfnissen gefördert. Wir standen ihnen für die Entscheidungsfindung zur Seite und unterstützten ihre Pläne bis zum Abschluss ihrer Ausbildung und den Beginn in ein unabhängiges, eigenständiges Leben.

Was musste finanziert werden?

Die finanziellen Beiträge kamen folgenden Zwecken zugute:

  • Finanzielle Unterstützung der Jugendlichen bei der Bezahlung der Schulgebühren, Schulutensilien, Lebensmittel und Nachhilfeunterricht
  • Psychosoziale Beratung für die Verarbeitung der Traumata der Jugendlichen
  • Finanzielle Unterstützung bei medizinischen Notfallsituationen
  • Förderung der Autonomie der Familien