Bevor Corona kam…

Felix besuchte Mitte Februar unsere Mädchen in Turkana im Norden Kenias. In einem Gespräch mit Beatrice Klassenlehrerin stellte sich heraus, dass Beatrice eine sehr engagierte Schülerin ist, sich bei den Aktivitäten stets beteiligt und sich zunehmend von der besten Seite zeigt. Das freut uns sehr, da Beatrice nach dem Tod ihrer Mutter im letzten Jahr vor besondere Herausforderungen gestellt war und einige Probleme hatte, den schulischen Anforderungen gerecht zu werden. Sie macht nun große Fortschritte und entwickelt sich positiv weiter. Aufgaben, die ihr aufgetragen werden, erledigt sie verantwortungsbewusst und ohne zu zögern. Weiterhin bleibt ihr Trauma- und Beratungslehrer an ihrer Seite, um sie tatkräftig zu unterstützen. Dessen tägliche Betreuung ist während der Ferien (half-term) wichtig und sorgt dafür, dass Beatrice am Ball bleibt und nicht in alte Verhaltensmuster zurückfällt.

Ebenfalls besuchte Felix Sarah, die sich sehr freute, ihn zu sehen. Auch in diesem Fall arbeitet der Beratungslehrer eng mit ihr zusammen. Anders als bei Beatrice, stehen bei ihr die Bewältigung mit Konfliktsituationen mit anderen Mitschülern, Mitschülerinnen und LehrerInnen im Vordergrund. In den Beratungsstunden für unsere Kinder ist es generell also besonders wichtig, dass jedes Kind einzeln behandelt und betreut wird, je nach seinen individuellen Bedürfnissen und Baustellen. Hier ist Sarah mit ihren drei Geschwistern zu sehen.

Die Lehrer und der Beratungslehrer von Jane berichten, dass sie große Fortschritte in ihrer Entwicklung gemacht hat und ein vorbildliches, diszipliniertes Verhalten zeigt. Mit ihrem Beratungslehrer trifft sie sich immer noch dreimal wöchentlich. Ihm sowie auch Felix gegenüber verhält sie sich offen und teilt mit ihnen alles, was ihr auf der Seele liegt.

Auch Sandra war überaus glücklich, als Felix ihren MitschülerInnen und ihr in dem Klassenzimmer Gesellschaft leistete. An dem Tag wurde sie als bestes Mädchen der Klasse ausgezeichnet und zur Mädchensprecherin der Klasse gewählt. Sie hat sich von einem Straßenmädchen zu einer beliebten Schülerin und zum Vorbild vieler entwickelt – dafür wurde sie mit dieser Auszeichnung geehrt. Sie ist stolz darauf, diese Rolle innezuhaben und gleichzeitig ein Vorbild für ihre Klassenkameraden zu sein.

Ähnlich erfolgreich wie bei Sandra, verläuft auch James´ Schullaufbahn: Auch er wurde als Vorbild der Klasse gewählt, da er äußerst positiv in sämtlichen Schulaktivitäten auffällt. Sein Klassenlehrer ist nach eigenen Angaben sehr stolz auf ihn. Er erledigt unter anderem auch seine Schulaufgaben sorgfältig und mag Gruppenarbeiten sehr. Sein soziales Verhalten gegenüber seinen MitschülerInnen hat sich kontinuierlich verbessert. Dieser Erfolg ist auf jeden Fall den Beratungsstunden zuzuschreiben, die er stets dreimal wöchentlich (Montag und Donnerstag in der Schule und samstags zu Hause) besucht. Die Methoden, die er dort lernt, versucht James mit aller Kraft in seinen Alltag zu integrieren. Für dieses Schuljahr wünscht er sich, dass er gute Noten schreibt, um einen guten Einstieg in die Secondary School zu erlangen – dies schafft er ganz gewiss!

Nachdem bei Kennedy ein Lehrerwechsel stattgefunden hat, suchte Felix das Gespräch mit diesem. Er stellte hakika vor und erklärte dem Lehrer, dass Kennedy aufgrund seiner Geschichte spezielle Bedürfnisse hat und deshalb etwas mehr Aufmerksamkeit im Vergleich zu anderen Kindern benötigt. Der Lehrer reagierte sehr verständnisvoll und versprach Felix, Kennedy so gut es geht zu unterstützen – dies beruhigte auch Kennedy sehr. Laut seinem Beratungslehrer Philip Okudo, den Felix bei jedem Besuch trifft, zeigt er weiterhin in der Schule ein positives Verhalten. Besonders bemerkenswert ist, wie sich Kennedy im sozialen Verhalten entwickelt hat. Durch die Methoden, die er in den Sitzungen erlernt, gelingt ihm der Umgang mit anderen Kindern immer schneller. Die Methoden unterstützen ihn dabei, zu Hause und in der Schule ein funktionierendes soziales Umfeld aufzubauen.

Unserem Ben ergeht es auch gut – er ist sehr glücklich, dass seine selbst gepflanzten Süßkartoffeln langsam wachsen. Auch plant er, bald selbst Hühner zu haben und auf diese aufzupassen. In der Familie sind keine Konflikte aufgetreten. Die Eltern sind sehr stolz auf seine Entwicklung. Weiterhin pflegt er ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Beratungslehrer, der ihn dreimal wöchentlich begleitet. Da Felix ein großes Wissen über psychologische Beratung besitzt und zudem einige Dokumente zur Weiterbildung hat, übergab er einige Materialien an Ben´s Beratungslehrer, nachdem sie sich ausgiebig über Ben´s Fortschritte unterhalten haben. Bei Felix Besuch in der Schule war Ben direkt anzumerken, wie glücklich er war und was ihm diese Aufmerksamkeit und Unterstützung von Felix bedeutet. Dies zeigt, dass die Bindung zwischen Felix und den Kindern etwas ganz Besonderes und essenziell ist. Auch das Feedback der Lehrer ist überaus positiv. Das nächste Mal wird Felix Ben bei einer seiner Beratungsstunden besuchen, um dessen Methoden und Themen der Therapie besser kennenzulernen. Außerdem steht ein Treffen mit dem Lehrer der Naturwissenschaften an, um herauszufinden, warum er bei der letzten Klassenarbeit eine schlechte Note erhalten hat.

Zum Schluss des Besuchs richtet Ben dem Team hakika Germany ganz herzliche Grüße aus und verspricht uns, dass wir auf ihn zählen können! Danke, Ben! Wir stehen ganz hinter dir und sind stolz auf alles, was ihr schon erreicht habt!